Brigitte Werneburg kommt bei ihrer Besprechung des Fotobandes, der den Katalog einer Ausstellung darstellt, aus dem Loben und Preisen gar nicht heraus, derart begeistert ist sie. Schon das Projekt, über Jahre hinweg ein verlassenes Industriegebiet im Norden von München zu beobachten, findet sie hochinteressant und sehr ergiebig. Der Fotograf Joachim Brohm hat, wie sie feststellt, mit der "Geduld eines Botanikers" und der "Neugierde eines Flaneurs" die verschiedenen Orte des Industriegebiets immer wieder aufgesucht und ohne Stativ oder Blitz seine Bilder gemacht. Dass die Bilder, trotz chronologischer Ordnung dennoch weniger dokumentarisch wirken, als vielmehr die "rätselhafte Präsenz" der "Dinge und Zeichen" darstellen, fasziniert die Rezensentin. Nicht um "Deutung" sondern um "schiere Bildlichkeit" gehe es in den Bildern, betont Werneburg, die den Fotoband als einen der "bestechendsten Bildbände der letzten Zeit" preist und den "Glücksfall" dieses Langzeit-Fotoprojekts bejubelt.
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