Beginnend bei den ersten Schriftzeichen, bei Tontafel und Papyrusrolle, verfolgen die Autoren den Wandel des Buches bis zu den Paperbacks unserer Tage. Sie führen den Leser in die Welt der illuminierten Handschriften des Mittelalters, erläutern die Techniken von Holzschnitt und Kupferstich, Gutenbergs Druckkunst und die wundersamen Erfindungen seiner Nachfolger, die Rotationspresse ebenso wie den modernen Lichtsatz. Typographie, Einbandkunst und Buchformen werden im Detail beschrieben. Buchgeschichte ist Kulturgeschichte: Von Buchverehrung und Bibliotheken ist zu lesen, von der Lust des Raubdrucks und der Zensur, von Honoraren, Schriftstellerei und Lesesucht. So bietet diese reich illustrierte Darstellung eine allgemeine und umfassende Geschichte des Buches.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.03.2007
Ihren Leserinnenoptimismus lässt sich die Rezensentin nicht nehmen. Allerdings lässt Britta Voss durchblicken, dass die Autoren Marion Janzin und Joachim Güntner mit ihrem in dritter und erweiterter Auflage erschienenen Werk zur Geschichte des Buches eine Melancholie verbreiten, der man sich erst einmal entziehen können muss. Voss gelingt das, indem sie den vorgetragenen Kulturpessimismus zur historischen Konstante erklärt. So gesehen erscheint ihr der Band unvollständig: Einschätzungen zum demokratischen Effekt heutiger inflationärer Buchproduktion sowie zur Digitalisierung von Texten hätte sie für angebracht gehalten. So aber hält sie sich lieber an die im Band enthaltenen "minutiösen wie amüsanten" Geschichten zum Thema und glaubt fest an ein Fortleben des Buches.
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