Der Erfinder des Buchdrucks gilt als Jahrtausendfigur. Mit seinen bahnbrechenden Neuerungen läutete Johannes Gutenberg das Zeitalter der Moderne ein. Ohne ihn keine Reformation, keine Renaissance, keine Kirchenkritik, keine Bildung im modernen Sinn. Zu Recht vergleicht man die von ihm eingeleitete mediale Revolution mit der digitalen Zäsur unserer Tage.
Aber der Pionier aus Mainz war nicht nur ein genialer Erfinder, sondern auch ein geschäftstüchtiger Medienunternehmer, der um die Bedeutung seiner Erfindung wusste und sie gewinnbringend zu vermarkten verstand. Diese Modernität Gutenbergs inmitten der revolutionären Umbruchzeit des 15. Jahrhunderts stellt der erfahrene Biograf Klaus-Rüdiger Mai in den Mittelpunkt seiner Schilderung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.02.2017
Uwe Jochum gefällt nicht, wie Klaus-Rüdiger Mai in seiner Biografie die Lücken der Gutenberg-Forschung mit schmissigem "Drumherum" zu ergänzen versucht. Lieber als Spannung und Spekulationen wären ihm ordentliche Analysen und eine Ausführung von Thesen wie der von der Fortentwicklung von Gutenbergs Werk durch das Internet gewesen. Die falsche Anschaulichkeit bei der Darstellung von Gutenbergs Entwicklung und Erfindergeist törnt Jochum ab. Zumal sich in Mais "History-Channel-Drehbuch" allerhand Wiederholungen eingeschlichen haben, wie der Rezensent feststellt.
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