Joachim Lottmann

Die Jugend von heute

Roman
Cover: Die Jugend von heute
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2004
ISBN 9783462034264
Taschenbuch, 319 Seiten, 8,90 EUR

Klappentext

Schon Sokrates klagte über die Jugend in Athen, sie sei auch nicht mehr das, was sie früher einmal gewesen war. Derlei rentnerhaftes Genörgel ist Onkel Jolos Sache nicht. Joachim Lottmanns Ich-Erzähler feiert das Neue: Gestern ist doof, heute ist klasse, morgen ist Ecstasy. Das gilt auch für die jungen Leute um seinen Neffen Elias, eben die Jugend von heute. Der Ex-Jugendliche nimmt die Herausforderung an und lebt als erster Erwachsener unter ihnen, und damit im Herzen unserer Kultur, die eine Jugendkultur ist...

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 17.02.2005

Amüsiert hat sich Rezensent Ulrich Stock bei der Lektüre von Joachim Lottmanns literarischen Spurensuche nach der "Jugend von heute" durchaus. Lustvoll zitiert er aus dem Buch, das er ein Sachbuch nennt, vom Autor aber als Roman ausgegeben wird - aus Sicherheitsgründen, wie der Rezensent vermutet, falls doch das eine oder andere Detail nicht ganz stimmen sollte. Onkel Jolo jedenfalls beschreibt darin die Jugend und sich selbst gleich mit, erklärt Stock. Gemeinsam zieht er mit seinem Neffen Elias durch das Berliner Nachtleben, immer auf der Suche nach Erkenntnisgewinn. Und er stellt fest, dass die Jugendlichen komplexer und intelligenter sind, aber leider in der "Ursuppe der Unbildung" schwimmen. Auch mit den Frauen will es bei den Jungen nicht so recht klappen, die immer "den Kindskörper einer 13jährigen haben, die Frechheit einer frühreifen Schlampe, die Überlegenheit einer Yale-Professorin und die Grausamkeit einer rumänischen Ex-Dikatorengattin", wie es im Roman heißt. Onkel Jolo ist eine chauvinistische Klatschtante, die sich auf Kosten anderer amüsiert, resümiert Stock und stellt Lottmann ungerührt in eine Reihe mit Stuckrad-Barre - und nicht neben Houellebecq, wo sich der Autor selbst gerne sähe.
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