Joachim Meyerhoff

Hamster im hinteren Stromgebiet

Roman
Cover: Hamster im hinteren Stromgebiet
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2020
ISBN 9783462000245
Gebunden, 320 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Zeit ist Hirn. Was passiert, wenn man durch einen gesundheitlichen Einbruch auf einen Schlag aus dem prallen Leben gerissen wird? Kann das Erzählen von Geschichten zur Rettung beitragen? Und kann Komik heilen? Nachdem der Erzähler Joachim Meyerhoff aus so unterschiedlichen Lebenswelten berichtet hat wie einem Schüleraustausch in Laramie, Amerika, dem Aufwachsen auf einem Psychiatriegelände, der Schauspielschule und den liebesverwirrten Jahren in der Provinz, gerät der inzwischen Fünfzigjährige in ein Drama unerwarteter Art. Er wird als Notfall auf eine Intensivstation eingeliefert. Er, der sich immer durch körperliche Verausgabung zum Glühen brachte, die "blonde Bombe", für die Selbstdetonationen ein Lebenselixier waren, liegt jählings an Apparaturen angeschlossen in einem Krankenhausbett in der Wiener Peripherie. Doch so existenziell die Situation auch sein mag, sie ist zugleich auch voller absurder Begebenheiten und Begegnungen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.09.2020

Rezensentin Wiebke Porombka mag das Leichte und "Ausgeschmückte" in den Romanen von Joachim Meyerhoff. Und das funktioniert sogar, wenn der Autor nicht von weit zurückliegenden Schauspiel- und Jugenderfahrungen erzählt, sondern von dem Schlaganfall, der ihn erst vor wenigen Monaten ereilte. Die Kritikerin erkennt zwar durchaus die damit einhergehenden Sorgen und Ängste, die der Autor "berührend" schildert, amüsiert sich aber zugleich bestens, wenn ihr Meyerhoff von der "Einschäumung seiner Genitalien" durch zwei Pfleger oder vom Bauchfett des Sanitäters erzählt. Gelegentlich hätte dem Roman ein wenig Distanz gut getan, räumt Porombka ein - nicht jede Selbsterkundung ist die Erwähnung wert, meint sie. Insgesamt aber staunt sie, wie es Meyerhoff einmal mehr gelingt, "Lebendiges" zu konservieren.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 16.09.2020

Rezensentin Cornelia Geißler hat durchaus unangenehme Momente mit diesem neuen Buch von Joachim Meyerhoff, in dem es manchmal etwas zu persönlich zugeht, wie sie findet. Ansonsten aber scheint Geißler Meyerhoffs Bericht aus der Reha nach einem Schlaganfall einiges abgewinnen zu können. Die Szenen in der Klinik voll Düsternis, aber auch sprachlicher Komik, liest sie mit Gewinn. Nicht zuletzt ist es ein Buch über die Liebe, das immer wieder zu Herzen geht, meint Geißler.

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