Seine Reisen zwischen Kontinenten, Kulturen und Epochen, seine Begegnungen, Beobachtungen und Lektüren trägt Joachim Sartorius in "Ich habe die Nacht" zusammen: Ein Museum zeitgenössischer Poesie, dessen Sammlungen die Reichhaltigkeit und Erschöpfung unserer Welt ins Gedicht holen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.02.2004
Hans-Herbert Räkel widmet den längsten Teil seiner Besprechung dieser Gedichtsammlung von Joachim Sartorius dem langen Gedicht "Capuccelle". In diesem aus 52 Strophen bestehenden Gedicht, in dem sich der Lyriker mit den Gemälden von Max Neumann auseinandersetzt, wird ein traditionsreiches Thema angeschnitten, der Wettstreit zwischen der Dichtkunst und der Malerei, weiß der Rezensent. Räkel macht sich Gedanken darüber, ob es ein Mangel ist, dass die Bilder, auf die die Gedichte Bezug nehmen, nicht mit abgedruckt sind, kommt aber zu dem Schluss, dass sie durch ihre überzeugende "poetische Form" durchaus für sich bestehen können. Sartorius gelinge es, seine "eigene poetische Ordnung", auch unabhängig von den Bildern Max Neumanns zu bilden, lobt der Rezensent, der dies als die "größte Qualität" der Gedichte preist. Auch die anderen Verse des Bandes haben diese Qualität und es gelingt ihnen immer wieder, auf "überraschende Weise" auch entferntere Dinge miteinander zu verbinden, so Räkel beeindruckt.
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