Die Beteiligung der Wehrmacht an den Verbrechen im Osten und Südosten Europas ab 1941 steht inzwischen fest. Doch der gnadenlose Rasse- und Vernichtungskrieg hatte bereits mit dem Überfall auf Polen begonnen, wo im September 1939 Tausende von Polen und Juden, Zivilisten und Kriegsgefangene durch Einheiten der Wehrmacht ermordet wurden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 24.05.2006
Erzählungen von Zeitzeugen und neue Quellen verbürgen für Rezensent Matthias Arning die Qualität der Studie. So werde veranschaulicht, wie der Einsatz der Wehrmacht insbesondere auf den Marktplätzen der Dörfer schon kurz nach dem Überfall auf Polen ganz konkret ausgesehen hat. Jochen Böhler gelange aufgrund vieler bis ins Einzelne gehende Schilderungen zu dem Schluss, dass schon zwei Jahre vor dem Krieg gegen die Sowjetunion ein Vernichtungskrieg geführt worden sei. Das zeige sich beispielsweise in der Ermordung von Zivilisten und der "bereitwilligen" Unterstützung bei der Ermordung und Vertreibung polnischer Juden. Der Autor fragt darüber hinaus nach den Motiven einer solchen Vorgehensweise, wo doch die Gefahr durch Freischäler erst im Winter akut wurde. Schon im Oktober 1939, referiert der Rezensent, sei ein rascher Sittenverfall in der Wehrmacht zu beobachten gewesen, gespeist aus dem Glauben an die Minderwertigkeit osteuropäischer Kulturen sowie einem gewaltbereiten Antisemitismus.
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