Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.09.2000
Viel Freude hat der Rezensent mit dem Kürzel S.V. nicht am neuen Lyrikband von Jochen Keller, der neben vier Gedichtgruppen auch zwei Kapitel mit Prosaskizzen beinhaltet. Klischees über Klischees verortet der Rezensent in den Texten, und die, wie er meint, inhaltlich gespickt sind mit Eitelkeit und der Ich-Bezogenheit des Dichters, für den die Welt ein unlustiger Ort ist. "Bedeutungsschwangere Nicht-Sätze stolpern über ihre müden Versfüsse, und am Ende bleibt kunstgewerbliche Erlebnislyrik, naiv gesellschaftskritisch aufgepeppt" lautet die negative Bilanz des Rezensenten. Keller betone in seinem Band die Freiheit, die ein Lyriker hat - kann aber in den Augen des Rezensenten mit dieser Freiheit nicht umgehen.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…