Aus dem Englischen von Nikolaus Palézieux. Mit 12 S/W-Abbildungen. Ein Buch, das den Blick auf die Welt verändert: Warum wir Tiere, deren Ausscheidungen und Kadaver für das Fortbestehen unseres Planeten brauchen. Im Ozean vor Island bricht ein Vulkan aus. Eine Insel entsteht, auf der sich keine lebendige Zelle befindet. Bis ein Vogel darüber fliegt und auf die Insel kackt - und so Dünger und Pflanzensamen ihren Weg in die Lavawüste finden. Der Biologe Joe Roman erzählt vergnüglich und hoffnungsfroh davon, wie unser Planet durch das Fressen, Kacken und Sterben von Tieren geformt wird. Nicht nur zur Lektüre auf dem Klo bestens geeignet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2024
Dass der Beitrag der Tiere zur Erhaltung der Ökosysteme bislang unterschätzt wurde, kann Kritiker Kai Spanke bei Joe Roman lernen: Der Naturschützer und Meeresbiologe hat untersucht, wie Tiere durch ihre Hinterlassenschaften dazu beitragen, dass neue Vegetation entstehen kann. So erklärt er Spanke beispielsweise die "trophische Kaskade", was bedeutet, dass das Jagdverhalten einer Spezies eine andere beeinflusst, was sich wiederum auf die Präsenz von Pflanzen auswirkt, etwa im Yellowstone-Nationalpark. Zudem lernt er, wie genau verschiedene Wissenschaftler zu ihren Ergebnissen gekommen sind, was gelegentlich etwas langatmig, überwiegend aber spannend ist. Der Rezensent ärgert sich allerdings über Ungenauigkeiten bei der Übersetzung der Namen einiger Tierarten: "Black Guillemots" heißen auf Deutsch Gryllteiste und nicht Trottellumme. Ansonsten findet er das Buch aber sehr anregend, wenn es darum geht, den Artenschutz weiter voranzutreiben.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 16.11.2024
Wichtigen biologischen Zusammenhängen ist Joe Roman hier auf der Spur, erläutert Rezensent Gerrit Stratmann, auch und gerade wenn es darum geht, wohin welche Tiere koten. Vogelkot kann zum Beispiel eine karge Felseninsel erblühen lassen, aber auch Orte, an denen besonders viele Lachse sterben, erweisen sich als segensreich für Insekten und Vögel, lernt der Kritiker. Insgesamt geht es Roman darum zu zeigen, wie Tiere Ökosysteme selbst herstellen, erklärt Stratmann, weshalb Roman um die ganze Welt reist und seine Begegnung mit Forschern beschreibt, die teils recht sonderbar anmutende Projekte wie etwa eine "Theorie des Kackens" verfolgen. In Zeiten zunehmender Umweltzerstörung ist dieses Buch, das unter anderem den möglichen Beitrag von Tieren zur Bekämpfung des Klimawandels thematisiert, jedenfalls hochgradig relevant, findet Stratmann.
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