Die Erde heizt sich auf. Sie tut dies in beispielloser Geschwindigkeit. Nicht wenige verfallen als Folge in Fatalismus und Agonie, doch es gibt Hoffnung: Ohne zu beschönigen, versammelt Bernhard Kegel alle technischen und biologischen Möglichkeiten, um diese katastrophale Entwicklung zu stoppen. Denn es wird nicht reichen, unseren Ausstoß an Treibhausgasen zu reduzieren oder sogar einzustellen. Wir können die schlimmsten Auswirkungen der globalen Erwärmung nur dann abwenden, wenn wir der Erdatmosphäre zusätzlich in großen Mengen CO2 entziehen und in irgendeiner Weise klimaunwirksam lagern. Genau das leistet die Fotosynthese, darüber hinaus ist sie ungefährlich und lange erprobt. Das Spektrum möglicher Maßnahmen und Einsatzfelder ist groß und reicht von der Wiedervernässung und Revitalisierung der Moore über Algenfarmen, die Optimierung der Fotosynthese von Nutzpflanzen und das Bauen mit Holz bis hin zum künstlichen Blatt als Wasserstoff- und Energielieferant. Licht und Fotosynthese haben höheres Leben möglich gemacht und geformt, jetzt könnten sie helfen, es vor einer seiner schwersten Krisen zu bewahren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 17.12.2024
Die Warnlampen blinken bei Rezensentin Sylvia Staude spätestens nach der Lektüre von Bernhard Kegels Buch. Es kommt hier auf die Nuancen an, stellt die Kritikerin gleich zu Beginn klar: "Mit Pflanzen die Welt retten" heißt auf keinen Fall, dass es einfache Lösungen gibt. Im Gegenteil, zeigt Kegel auf, Pflanzen haben zwar ein enormes Potential das Klima zu verbessern, allein, es bleibt uns nicht mehr allzu viel Zeit, um zu warten, bis zahllose Bäume gewachsen sind. Deshalb muss schnell und kreativ gehandelt werden, resümiert Staude, es gilt beispielsweise, die Bedeutung von Mooren bei der CO2-Speicherung zu erkennen oder Seegraswiesen zu renaturieren, die mit ihren Wurzeln die Küsten schützen. Außerdem muss intelligent gepflanzt werden, lernt die Kritikerin, eine Savannenlandschaft durch eine Wald-Plantage zu ersetzen, würde beispielsweise mehr zerstören als reparieren. Nicht gerade optimistisch stimmt dieses Buch, gibt Staude zu, aber es motiviert zum Handeln.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.11.2024
Rezensent Christian Schwägerl kommt das Buch des Biologen Bernhard Kegel zur rechten Zeit. Laut Schwägerl beschreibt Kegel in lebendiger Sprache, welche Rolle der Natur beim Klimaschutz zukommt und warum der Schutz des Bestands an Mooren und Wäldern so wichtig ist. Anschaulich erklärt der Autor den Kohlenstoffkreislauf, räumt mit Mythen auf, sieht kritisch auf Aufforstungspläne und lobt die Renaturierung von Mooren. Das letzte Kapitel zum Thema künstliche Photosynthese wirkt auf Schwägerl etwas "angeklebt", und gern hätte er vom Autor etwas über Permakultur und urbane Begrünung erfahren, aber insgesamt kann er den Band nur empfehlen.
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