Wir Deutschen wollen mehr Gerechtigkeit, mehr Klimaschutz, mehr Bildung. Wir finden zu viel Ungleichheit schlecht, halten die Verteilung des Wohlstandes für ungerecht und stehen einem ungezügelten Markt kritisch gegenüber. Wir finden, dass Wachstum nicht alles ist, und halten den modernen Finanzmarkt für ein großes Übel. Am Wahltag aber wählt die Mehrheit rechts, obwohl sie links bekennt nicht nur in Deutschland. Das Ergebnis ist "Stillstand made in Germany": ein Land, in dem sich nichts verbessert. Die Gesellschaft bleibt tief gespalten, der Klimaschutz wird blockiert, Deutschland investiert nicht in die Zukunft und lebt von der Substanz. Warum schlägt sich der Veränderungswille nicht im politischen Handeln nieder? Warum siegen die kurzfristigen über die langfristigen Interessen?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.02.2015
Jürgen Trittins Plädoyer wider den "Stillstand made in Germany" lässt sich im Grunde in drei wesentlichen Punkten zusammenfassen, berichtet Rudolf Hickel: Kapitalismus und Nachhaltigkeit sind vereinbar, Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit sind vereinbar und die "Transformation" hin zu diesem nach wie vor wachstumsbasierten, aber nachhaltigen Kapitalismus ist auch möglich, fasst der Rezensent zusammen. Diese Thesen begründet Trittin ausführlich, strukturiert und nachvollziehbar, findet Hickel, der nur bedauert, wie wenig Trittin über eine mögliche Ökosteuer und eine Koalition mit der Linkspartei zu sagen hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.11.2014
Stellenweise nervt Jürgen Trittin den Rezensenten mit der Alarmsirene, dann wieder findet Jasper von Altenbockum durchaus erfrischend, was der Autor in seinen Aufruf zur gesellschaftlichen Transformation im Sinne eines rot-rot-grünen Koalitionsvertrages reinschreibt. Etwa, was politische Kultur und Politikverdruss betrifft. Oder wenn Trittin eben kein Gegenmodell zum Kapitalismus à la Carl Amery entwirft, sondern materialistisch, anthropozentrisch die Themen Klima, Energie, Ressourcen behandelt. Gut, zivilisieren möchte der Autor den Kapitalismus dann doch ein bisschen, räumt Altenbockum ein.
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