Aus dem Englischen von Alexander Wagner. Großbritannien steht Ende der Siebzigerjahre vor einer Zerreißprobe. Die neoliberale Politik von Margaret Thatcher führt zu sozialen Unruhen, während gleichzeitig die National Front auf dem Vormarsch ist. Widerstand formiert sich, als antifaschistische Gruppen unter Mitwirkung von bekannten Punkbands wie The Clash oder X-Ray Spex das Rock Against Racism-Festival im Victoria Park veranstalten. In dieser aufgeheizten Stimmung ist Detective Constable Patrick Noble damit beauftragt, einen rassistisch motivierten Mord an einem Bengali aufzuklären. Doch manche Kräfte versuchen mit allen Mitteln zu verhindern, dass die Wahrheit ans Licht kommt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.06.2025
Inhaltlich interessant, als Roman nicht gar so sehr - so urteilt Rezensent Hannes Hintermeier über Joe Thomas' White Riot. Ausgangspunkt des Buches sind rechtsradikale und rassistische Tendenzen der britischen Thatcher-Jahre, konkreter greift Thomas zwei historische Morde an nichtweißen Menschen auf, die Detective Constable Patrick Noble aufgeklärt werden sollen. Noble nimmt, fährt die Rezension fort, Partei für die linken Punks, die gegen Rechts mobil machen, was ihn in diesem Buch zum Sympathieträger macht. Hintermeier sieht in Thomas Werk deutliche Einflüsse von James Ellroy und David Pearce und erinnert an dessen Tetralogie über São Paulo. Hier, so der eher enttäuschte Rezensent, haben wir es mit einer sozialhistorischen Arbeit zu tun, die eher notdürftig in die Form eines Krimis transformiert wurde. Wie immer gibt es hier detaillierte bibliografische Angaben, allerdings vermisst der Kritiker ob der multiperspektivischen Erzählweise ein Personenregister. Nichtsdestotrotz ist Hintermeier vom Thema des Buches fasziniert, das eine Zeit behandelt, deren Wunden auch heute noch in der britischen Gesellschaft zu spüren sind.
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