Aus dem Französischen von Alexandra Baisch. Die französische Schriftstellerin Samira Sedira beschwört die Schönheit eines kleinen Bergdorfs herauf - und die schockierenden Taten seiner Bewohner. Die Tage sind ruhig in Carmac, dem abgelegenen französischen Bergdorf, in dem Anna mit ihrem Mann Constant und den beiden Töchtern lebt. Bis die fünfköpfige Nachbarsfamilie Langlois grausam ermordet wird. Der Täter: Constant. Fassungslos versucht Anna zu begreifen, wie ihr Mann zu einer solchen Tat fähig sein konnte. Die neuen Nachbarn fielen auf im Dorf, durch ihren Reichtum und ihre Hautfarbe. Das Verhältnis zu ihnen war geprägt von Faszination und Bewunderung, aber auch von Neid und Rassismus. Anna muss sich die Frage stellen, ob sie die Tragödie hätte verhindern können …
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 09.04.2022
Rezensentin Katrin Doerksen findet die "emotionale Inventur" spannend, die Samira Sedira in ihrem auf einem realen Fall beruhenden Kriminalroman betreibt. Denn erzählt werde aus der Perspektive der Protagonistin Anna von einem brutalen Mehrfachmord an einer wohlhabenden schwarzen Familie in einem französischen Bergdorf - als Täter entpuppt sich Annas Mann. Wie Sedira die dadurch völlig zersprungene Welt der Erzählerin literarisch vermittelt - etwa durch zwanghafte Aufzählungen der Gerichte eines Buffets oder der Einzelheiten der Gerichtsverhandlung, zu der der Roman immer wieder springt - und wie sie durch Annas Perspektive dem Leser ein "Mindestmaß an Empathie" aufzwinge, findet Doerksen packend. Dadurch kreiere die Autorin eine Art "kollektive Mitschuld", die sich aus rassistischen Ansichten und Sozialneid im Dorf speise, analysiert die Kritikerin.
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