In seinem reichhaltig bebilderten Erlebnisbericht erzählt Mauerstadtkind Jörg Buttgereit von seiner Sozialisation mit Horror- und Monsterfilmen in den West-Berliner Bezirkskinos. In persönlichen Tagebuchaufzeichnungen beschreibt er erste Besuche auf Rock-Konzerten von Supergruppen wie Queen, Kiss oder Led Zeppelin und schildert hautnah wie er im Zuge der Punk-Revolution in die subkulturelle Musik- und Kunstszene West-Berlins hineinwächst. Er nimmt uns mit auf die wilden Konzerte von The Clash, den Dead Kennedys und den Industrial-Pionieren Throbbing Gristle. Zeitgleich sieht Jörg in der Off-Kino-Szene die frühen subversiven Mitternachts-Filme von John Waters und David Lynch, die ihn zu seinem umstrittenen Underground- Klassiker NEKROMANTIK inspirieren und schließlich zur Zielscheibe deutscher Zensurpolitik werden lassen.
Rezensent Andreas Hartmann kämpft sich durch die detailverliebten Schilderungen früher Kino- und Punkerfahrungen des Splatter-Königs Jörg Buttgereit. Wie der Autor ein ums andere Mal das Jugendverbot der Lichtspielhäuser in den 80ern umging, wie er mit Bela B abhing und warum er keinesfalls wie Wim Wenders sein wollte, das liest Hartmann dennoch mit Interesse. Die Anlage des Bandes als Tagebuch sorgt zwar für viel Kleinklein, Buttgereits Karriereweg zum deutschen John Waters und die Rezeptionsgeschichte seiner Filme lassen sich damit allerdings gut nachverfolgen, meint Hartmann.
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