Volker Hauptvogels Buch breitet ein Kaleidoskop des hedonistischen West-Berlin der späten 70er Jahre vor dem Leser aus, angesiedelt irgendwo im Bermuda-Viereck zwischen Herrn Lehmann und Heinrich Zille, zwischen Bommi Baumann und Alfred Döblin. Hauptvogels Held Fleischer tanzt durch Zeit und Raum, als gäbe es kein Morgen, immer auf der Suche nach sich selbst und nach dem nächsten Bier. Es gibt wohl kaum eine authentischere, liebevollere, radikalere, anarchistischere und humorvollere Beschreibung des sozialen Biotops Berlin zu der Zeit, als die Mauer noch stand. Those were the days. (Diethard Küster)
Ganz eindeutig fällt das Urteil des Rezensenten Andreas Hartmann über Volker Hauptvogels autobiografischen Roman "Fleischers Blues" nicht aus. In jedem Fall findet der Kritiker, dass Hauptvogel das Westberlin der frühen Achtziger gelungen porträtiert: Er folgt hier dem Alter Ego des Autors, das kiffend und saufend zwischen Kreuzberg und Schöneberg pendelt, vom Schauspieler und Musiker bis zum Kneipier alles ausprobiert, den Hedonismus immer dem Erfolg vorzieht, mit Martin Kippenberger oder Blixa Bargeld verkehrt und schließlich den Punk - zumindest vorübergehend - als Erweckungserlebnis wahrnimmt. Dieser Roman kommt ohne Höhepunkte, stringente Handlung und Cliffhanger aus, erscheint "eher grau als bunt" und gibt gerade deshalb einen guten Eindruck von Westberlin wieder, schließt der Kritiker, der eine Fortsetzung erwartet.
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