"Uns ist vorgehalten worden, wir hätten das Gedicht aus seinen hehren Gefilden auf die Müllkippe gezerrt. Nach diesem Weltbild besteht unser Publikum aus ungewaschenen Rüpeln ohne Bildung, aus Haschern, Huren, Junkies … In Wirklichkeit setzte sich unser Publikum natürlich - wie das unserer Kritiker - aus kontaktscheuen Stenotypistinnen, aus Deutschlehrerinnen mit zwei Siamkatzen, aus ebenso vielen Pfarramtskandidaten wie Zollinspektoren zusammen. Und hier und da ein Schwerverbrecher; das kommt davon, wenn man die Leute lesen lernen lässt." (Jörg Fauser im 'tip' 22 / 1980)
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.02.2020
Rezensent Jan Wiele warnt mit dem Herausgeber Björn Kuhligk vor Fäkalsprache und Frauen als Projektionsflächen in Jörg Fausers Gedichten. Auf trockenen Humor, zynische Selbstreflexion und ein Frankfurt, das wie Bukowskis L.A. aussieht, heruntergekommen und apokalyptisch, trifft Wiele hier allerdings auch. Mal epigonal, mal originell, erinnern einige der versammelten, teils erstmals veröffentlichten Texte Wiele an Ringelnatz, andere an Parodien des guten alten hardboiled sounds.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…