Hugo Loetscher

Es war einmal die Welt

Gedichte
Cover: Es war einmal die Welt
Diogenes Verlag, Zürich 2004
ISBN 9783257064490
Gebunden, 128 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

"Da hat es ein Autor bis über siebzig gebracht. Und nun, nachdem er Romane und Erzählungen veröffentlichte, Essays und Poetik-Vorlesungen herausbrachte, Glossen und Reportagen sammelte, legt er Gedichte vor", schreibt Hugo Loetscher in seiner "Einleitung zu sich selbst. Vom Umgang mit Lyrischen."

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.07.2005

Hugo Loetscher muss sich nicht, wie er es im Nachwort zu seinem "kleinen, feinen" Gedichtband tut, für seinen späten Ausflug in die Poesie rechtfertigen, findet Hans-Herbert Räkel. Denn einige der Stücke könnten mit ihrer "klassischen Stimmigkeit" durchaus einmal in die Lesebücher aufgenommen werden. Eine inhaltliche Gemeinsamkeit entdeckt der Rezensent im "elegischen Blick zurück, der die meisten der Gedichte bestimme und sie deshalb außerordentlich persönlich werden lasse. Die verwendeten Stilmittel kommen Räkel "sehr einfach und erprobt" vor, die Allegorie fällt ihm besonders auf, die hier nicht mehr Wahrheiten, sondern die "moderne Aussichtslosigkeit" beschreibt. Immer bringe Loetscher einen eigenen Standpunkt ein, und nur manchmal möchte der Rezensent das "übermächtige Ausdrucksbedürfnis" ein wenig zurechtstutzen und die Stücke kürzen. Nur an einer Stelle scheint es dem Rezensent, lasse sich der Dichter von der "poetisch-moralischen Begeisterung" hinwegtragen, und zwar dann, wenn er über seine selig sichere Lage angesichts der Allgegenwärtigkeit von Krieg und Tod räsoniert.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.09.2004

Wirklich überraschend konnte Hugo Loetschers lyrische Premiere den Rezensent Roman Bucheli nicht, waren doch auch in Loetschers Prosa schon "lyrische Nebenstimmen" vernehmbar. Und was für diese gelte, nämlich dass Loetscher sich schreibend einen Boden erschaffe, "wo ein Fuß aufsetzen kann" (Loetscher), gelte auf noch radikalere Weise für Loetschers Lyrik, in der der "kalte Hauch des Todes" signalisiere, dass es "ums Ganze" geht. Zwar wechselt sich "Aufbruchspathos"ab mit der "Melancholie des Imperfekts", doch fehlt es für den Rezensenten ein wenig an gedanklicher Fülle und an der "imaginativen Kraft der Poesie". Einiges wirkt ihm auch bemüht und von "tranig guten Absichten" getragen. Sehr gut gefallen haben dem Rezensenten jedoch "einzelne Bildfindungen" sowie die "zu kurzen Bildkompositionen gefügten Texte", die den Dichter als "geduldigen und hellwachen Beobachter" ausweisen und daran erinnern, dass Poesie auf der "Liebe zur kleinsten Anschauung" beruht.
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