Johann Karl Wezel

Robinson Krusoe

Gesamtausgabe in acht Bänden
Cover: Robinson Krusoe
Mattes Verlag, Heidelberg 2016
ISBN 9783868090420
Gebunden, 326 Seiten, 59,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Wolfgang Hörner. Robinson Crusoe gehört zu den großen und einflussreichen mythologischen Gestalten der Neuzeit. Seine Überlebensfähigkeit unter widrigsten Naturbedingungen, seine Befähigung zur Aufrechterhaltung kultureller Standards in intellektuellen und moralischen Bereichen unter naturzuständlichen Bedingungen, seine Fähigkeit zu Mitlied und Herrschaft gegenüber Naturvölkern machten den britischen Abenteurer zu einer prägenden Gestalt im Selbstverständnis der europäischen (auch eurozentrischen) Moderne. Nicht zufällig ist daher nach Defoes Inauguration und ausnehmend erfolgreicher Erstveröffentlichung 1719 eine Fülle von Übersetzungen, Adaptationen und Nachdichtung zu verzeichnen; die ältere Forschung spricht von europaweit knapp 200 Publikationen mit Referenzen auf Defoes Robinson. Tatsächlich dürften es weit mehr sein. Zu den bedeutendsten, weil eigenständigsten Adaptationen dieses modernen Mythos gehört zweifellos diejenige Johann Karl Wezels, die 1779/1780 erstmals publiziert wurde.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.11.2016

Zahlreiche Bearbeitungen hat die Geschichte Robinson Crusoes von Daniel Defoe seit ihrem Erscheinen Anfang des 18. Jahrhunderts erfahren, erklärt Rezensent Tilman Spreckelsen, doch selten findet man gerade in den älteren Bearbeitungen einen so pragmatischen, so wenig an Themen wie Schuld und Läuterung oder geistigen Lehren interessierten Robinson wie bei Johann Karl Wezel. Der 1747 geborene und dank Arno Schmidt noch nicht gänzlich vergessene Autor gibt der Geschichte Schwung genau dort, wo Defoes und andere Erzählungen für moderne Leser langatmig und belehrend wirken. Dabei geht es ihm um nicht weniger als die Menschheitsgeschichte, die er exemplarisch an seinem Helden in zwei Teilen durch buchstabiert. Spreckelsen fühlt sich von Wezels Szenario nicht nur gut unterhalten, sondern auch dunkel an aktuelle Tendenzen erinnert.
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