Nicht nur die Einleitung einer Psychotherapie erfordert ein besonderes Handlungs- und Bewusstseinsrepertoire seitens des Therapeuten, sondern auch ihre Beendigung und damit die zielgerichtete und reflektierte Einleitung der Endphase ? und dies um so mehr in einer Zeit, in der die Dauer einer Behandlung stark durch enge finanzielle Rahmenbedingungen eingeschränkt ist. Die Autorin beginnt mit einer Darstellung des "Beendigungswissens" für den Praktiker, in der die theoretischen und methodischen Voraussetzungen ebenso beschrieben werden wie einzelne technische Strategien, die zu einer fachgerechten und von beiden Seiten gewollten Beendigung führen. Ein historischer Rückblick beendet den Grundlagenteil. Im Hauptteil erfolgt eine schulenspezifische Gegenüberstellung des jeweiligen Beendigungshandelns einzelner therapeutischer Richtungen mit ausgesuchten Fallbeispielen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.12.2001
Kaum etwas ist schwerer an einer Therapie, als sie zu beenden. Der schwierigste Fall unter den Therapien ist dabei die Gesprächstherapie, weiterreden kann man, wie jeder weiß, unendlich. Psychoanalyse und Gestalttherapie haben durch die Erfahrung des Therapeuten mit seiner eigenen (notwendig beendeten!) Lehrtherapie einen gewissen "Kompetenzvorsprung". Dem Problem sucht nun, ein wenig geschäftsschädigend, die Therapeutin Johanna Müller-Ebert abzuhelfen, indem sie therapeutische Vorschläge zur Beendigungskompetenz unterbreitet. Oder dann auch doch nicht: leider bleiben auch die "Unterweisungen" der Trennungsexpertin, wie Bettina Engels findet, der "Aporie" vom unbeendbaren Gespräch verhaftet. Was das Buch zuletzt leistet, immerhin, ist eher die kompetente Beschreibung des Beendigungsproblems.
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