Nicht nur die Einleitung einer Psychotherapie erfordert ein besonderes Handlungs- und Bewusstseinsrepertoire seitens des Therapeuten, sondern auch ihre Beendigung und damit die zielgerichtete und reflektierte Einleitung der Endphase ? und dies um so mehr in einer Zeit, in der die Dauer einer Behandlung stark durch enge finanzielle Rahmenbedingungen eingeschränkt ist. Die Autorin beginnt mit einer Darstellung des "Beendigungswissens" für den Praktiker, in der die theoretischen und methodischen Voraussetzungen ebenso beschrieben werden wie einzelne technische Strategien, die zu einer fachgerechten und von beiden Seiten gewollten Beendigung führen. Ein historischer Rückblick beendet den Grundlagenteil. Im Hauptteil erfolgt eine schulenspezifische Gegenüberstellung des jeweiligen Beendigungshandelns einzelner therapeutischer Richtungen mit ausgesuchten Fallbeispielen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.12.2001
Kaum etwas ist schwerer an einer Therapie, als sie zu beenden. Der schwierigste Fall unter den Therapien ist dabei die Gesprächstherapie, weiterreden kann man, wie jeder weiß, unendlich. Psychoanalyse und Gestalttherapie haben durch die Erfahrung des Therapeuten mit seiner eigenen (notwendig beendeten!) Lehrtherapie einen gewissen "Kompetenzvorsprung". Dem Problem sucht nun, ein wenig geschäftsschädigend, die Therapeutin Johanna Müller-Ebert abzuhelfen, indem sie therapeutische Vorschläge zur Beendigungskompetenz unterbreitet. Oder dann auch doch nicht: leider bleiben auch die "Unterweisungen" der Trennungsexpertin, wie Bettina Engels findet, der "Aporie" vom unbeendbaren Gespräch verhaftet. Was das Buch zuletzt leistet, immerhin, ist eher die kompetente Beschreibung des Beendigungsproblems.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…