Johannes Merz untersucht das Herrschaftsverständnis der deutschen Fürsten an der Nahtstelle von Mittelalter und Neuzeit. Dabei geht er der Frage nach, worin in einer bestimmten Zeit die Herrschaft eines deutschen Fürsten begründet war, wie er seine Herrschaftsrechte im Konfliktfall wahrnahm und wo er - im Wortsinne - an seine Grenzen stieß. Im Zentrum steht die Analyse der Herrschaftskonflikte in Franken, konkret zwischen den Fürstbischöfen von Würzburg und ihren Nachbarfürsten von Brandenburg-Ansbach, Fulda und Mainz.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.08.2001
Ein Buch für Spezialisten, wie es aussieht. Denn was uns Erwin Seitz so zu sagen hat über diese Habilschrift, löst beim rechtshistorisch unbeleckten Leser nicht gerade heftiges Verlangen aus. Dabei ist Seitz voll des Lobes, weil der Autor sich weniger um spätmittelalterliche juristische Schriften, Fürstenspiegel und Chroniken schert, "in denen die Rechtsverhältnisse oft nur Wunschvorstellungen entsprachen", sondern über Nebenschauplätze - Kanzleibriefe und Gebrechenbücher, die vom Konflikt fürstlicher Parteien über Zoll-, Steuer- und Gerichtsrechte berichten - zum Kern deutscher Verfassungsproblematik vordringt. Auf diese Weise gelinge dem Autor - "in eleganter Sprache und Darstellung" -, die Wirksamkeit des Anspruchs "fürstlicher Obrigkeit" um 1500 zu überprüfen und ein Kapitel deutscher Verfassungsgeschichte wiederzugeben.
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