Beauftragt vom Magazin "The New Yorker" fuhr der amerikanische Kriegsreporter John Hersey im Mai 1946 nach Hiroshima, um über die Ausmaße des Atombombenabwurfs zu recherchieren. Bei seinen Nachforschungen stieß er auf erheblichen Widerstand von Seiten der amerikanischen Besatzungsbehörde. Diese hatte schon am 19. September 1945 ein offizielles Verbot der Berichterstattung in Wort und Bild über die Folgen des Atombombenabwurfs erlassen. Trotz aller Schwierigkeiten gelang es Hersey, sechs Überlebende des 6. August 1945 zu interviewen. Sein Bericht erschien im gleichen Jahr in einer Sondernummer des "New Yorker" und erregte weltweites Aufsehen. Einer der von diesem Bericht Erschütterten war Robert Jungk, der diese Lektüre in seinem Vorwort zu diesem Band als "lebensbestimmend" beschrieb.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2005
Überaus beeindruckt zeigt sich Volker Zastrow von John Herseys wieder aufgelegten Reportage über sechs Überlebende des Atombombenabwurfs auf Hiroshima, die 1946 vollständig in einer einzigen Ausgabe des "New Yorker" erschienen war. Wie der Rezensent berichtet, hatte Hersey im Frühjahr 1946 mit diesen Überlebenden gesprochen und anschließend aufgezeichnet, wie sie den Bombenabwurf und die Tage danach erlebt haben. Er hebt hervor, dass man Herseys Reportage "zu Recht zu den großen Texten des vergangenen Jahrhunderts gerechnet" habe. Als "wohltuend" würdigt Rezensent insbesondere den Stil des Autors, der im übrigen bescheiden hinter seinen Gegenstand zurücktrete und auf Botschaften ideologischer Art verzichte. "Wer sich mit der geschichtlichen Atombombe beschäftigen will, kommt an diesem Buch kaum vorbei", resümiert der Rezensent. "Davon abgesehen wird es jeder schätzen, der den Menschen, auch in seinem Leide, kennen will."
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