Der Technikhistoriker Tilmann Hanel geht diesen Fragen gestützt auf eine breite Quellenbasis nach und zeigt auf, dass der von einzelnen Regierungsmitgliedern getragene Wunsch nach westdeutschen Atomwaffen nicht folgenlos blieb, sondern sich in der Errichtung von Anlagen manifestierte, die speziell auf die Herstellung von waffenfähigem Plutonium ausgerichtet waren. Zwar verfolgten Politik, Wissenschaft und Industrie unterschiedliche Interessen; gemeinsam bewirkten sie dennoch die Durchsetzung einer für den zivilen Gebrauch zu gefahrenträchtigen Technik.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.08.2015
Spannende Lektüre hat Wilfried von Bredow mit Tilmann Hanels Buch allemal. Allerdings missfällt dem Rezensenten der Hang des Autors zur düsteren Spekulation. Dass die Trennung der deutschen Atomenergie als Energielieferant einerseits, als militärisches Mittel andererseits nie klar war, so die Hauptthese des Buches, vermag Hanel dem Rezensenten trotz aller Akribie nicht glaubhaft zu machen. Zu viele schiefe Deutungen in der laut Bredow an sich eindrucksvollen Rekonstruktion des Aufbaus der Atomtechnik in der Bundesrepublik stören die Einsicht des Rezensenten. Ebenso der Umstand, dass der Autor seine Quellen gegen den Strich liest, um seine "absurden" Gedanken zu stützen.
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