Ausgewählt, aus dem Englischen übertragen und mit einem Nachwort versehen von Catharina Berents und Wolfgang Kemp. John Ruskin machte sich Gedanken um den Fortbestand Venedigs. Aus Sorge, dass viele Bauten in Zukunft durch die zunehmende Industrialisierung unwiderruflich verloren sein könnten, fertigte er Hunderte von Zeichnungen an, porträtierte Details von Fassaden und ganzen Häusern, zeichnete Kirchen und Basiliken und versuchte so, in Bild und Beschreibung die sterbende Schönheit der Serenissima festzuhalten. "The Stones of Venice" ist geprägt von einer idealisierten Darstellung insbesondere der Gotik in Venedig einschließlich ihrer sozialen Begleitumstände. Außerdem beinhalten die "Stones" präzise Darstellungen und Beschreibungen venezianischer Architektur und Malerei, besonders von Tintoretto, die für baugeschichtliche Analysen bis heute von größtem Interesse sind. Diese Neuausgabe der "Steine von Venedig" enthält auch die Daguerreotypien, die erst 2006 entdeckt und restauriert wurden. Sie werden hiermit erstmals in einer deutschen Buchpublikation gezeigt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.10.2016
Helmut Mayer freut sich über diese von Catharina Berents und Wolfgang Kemp besorgte Auswahl mit Texten aus John Ruskins zwischen 1851 und 1853 erschienenem Venedig-Buch. Schon früh habe der Autor die Zerstörung der Stadt durch seine Zeitgenossen bemerkt und bereits 1946 festgehalten: "Wie ein Stück Zucker im Tee, so schnell schmilzt Venedig dahin." Ruskins Grammatik der Bauformen ist für Mayer auch eine Geschichtserzählung über Venedig, die sich zugleich als sprachlich meisterliche Kritik an viktorianischen Verhältnissen lesen lässt, wie der Rezensent meint. Die Auswahl zeigt ihm alle Register des Werks, so Mayer, enthält exzellente Einführungen und eine bemerkenswerte Bildausstattung mit Ruskins Zeichnungen und Daguerrotypien. Wer erfahren möchte, wie sich Venedig veränderte und wie Ruskin unter der von ihm mit initiierten touristischen Vermarktung litt, der wird hier fündig, meint Mayer.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…