Welchen Einfluss haben wissenschaftliche Methoden auf Architektur und Kunst? Gibt es ein genuin künstlerisches oder architektonisches Experimentieren und wie unterscheidet es sich von dem der Naturwissenschaften? Fragen nach Wissenschaftlichkeit und Forschung stehen in der Architektur aus vielen Gründen verstärkt zur Debatte. Die Bedeutung des Experiments wird oft auf bautechnische Aspekte reduziert oder im Zusammenhang mit digitalem Entwurf und digitaler Fabrikation diskutiert. Als experimentelle Architektur gelten allenfalls utopische Architekturprojekte der 1960er Jahre oder formale Extravaganzen. Ausgehend vom Begriff des Experiments werfen kunst- und architekturtheoretische Essays aus verschiedenen Perspektiven einen Blick auf den relativ neuen Erfahrungstypus die experimentelle Erfahrung als technisches, theoretisch reflektiertes und messendes Handeln.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2011
Robert Kaltenbrunner stellt zwei Neuerscheinungen vor, die neue Wege in der Stadtplanung und Architektur eröffnen wollen. Die an der ETH Zürich lehrenden Kunsttheoretiker Akos Moravaszky und Albert Kirchengast versammeln in ihrem Band verschiedene Aufsätze, die sich dem Experiment in der Architektur widmen. Dass es ihnen nicht darum geht, das Experiment unkritisch als Heilsbringer zu propagieren, ist Kaltenbrunner sehr angenehm, denn er kennt das Experiment auch als reines Fantasieprodukt oder bloße Extravaganz. Aber dass der Tradition und der akademischen Lehre die Erfahrung beigestellt werden sollte, das kann der Rezensent unterschreiben.
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