Wie lässt sich Architektur in der intellektuellen Tradition Europas verorten? Gerrit Confurius geht den Elementen einer Geistesgeschichte der Architektur in ihren Varianten und Entwicklungen sowie bezüglich ihrer Verknüpfungen nach.
Die Studie überschreitet die Grenzen der akademischen Disziplinen und widmet sich den Bausteinen zu einer philosophischen Grundlegung der Architektur, der Architekturtheorie, Ansätzen zur Architektursoziologie und der Semiotik-Geschichte ebenso wie raumbezogenen Kunst-Konzepten, politischen Utopien sowie literarischer Motivik.
Der Stoff, mehr aus Ideen und Theorien bestehend als aus dem materiellen Substrat, mehr Gedachtes als Gebautes, kreist um einige zentrale Begriffspaare wie Orte und Grenzen, Leib und Blick, Technik und Bastelei, Funktion und Ornament, Mitte und Peripherie, Gedächtnis und Permanenz.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 13.04.2018
Rezensent Robert Kaltenbrunner lernt bei dem ehemaligen "Bauwelt"-Redakteur Gerrit Confurius, was hinter der Architektur an Theorien, geistesgeschichtlichen und kulturwissenschaftlichen Strömungen steckt. Dass Architektur nicht nur eine technische Seite hat, ahnte der Rezensent schon. Auch wenn der Autor seiner Meinung nach bisweilen recht "vollmundig" die Vorstellungen, wie die Welt aussehen soll, referiert, den Ansatz zu einer Plattform zum Erlernen, wie sich das Eigene zum Anderen verhält, scheint der Autor ihm hier doch anzubieten.
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