Hannah, Tochter eines Schriftstellers, kehrt nachdem Tod ihres Vaters in die Stadt ihrer Kindheit zurück. An seinem Erbe ist sie wenig interessiert. Doch als Hannah erste Schritte unternimmt, die Wohnung des Verstorbenen aufzulösen, findet sie an seinem Totenbett das Foto einer Unbekannten. In der flimmernden Hitze eines erneut rekordverdächtig trockenen Aprils begibt Hannah sich mit diesem Bild auf Spurensuche. Bald muss sie erkennen, dass nicht nur die vertraute Landschaft ihrer Kindheit sich in Staub und Rauch auflöst. Alle Bilder der Vergangenheit entgleiten ihr, das ihres Vaters nicht zuletzt. Als sie dann auf die Fridays-for-Future-Aktivistin Julia stößt, die sich in ihrem Kampf um Klimagerechtigkeit auf fragwürdige Weise radikalisiert hat, muss sie feststellen, dass ihr Vater dieser jungen Frau am Ende näher stand als ihr. Womöglich ist sie sogar die wahre Tochter des Schriftstellers ...Ein Roman über eine Generation zwischen den Generationen: zwischen den Erblasten der Vergangenheit auf der einen Seite und einer sich rasant verändernden Zukunft auf der anderen.
Laut Rezensentin Shirin Sojitrawalla sollte John von Düffel vielleicht lieber Familiengeschichten schreiben. Düffels Klimakrisenroman überzeugt Sojitrawalla jedenfalls nicht, schon, da die Figuren zu sehr Sprachrohre des Klimaaktivismus sind, und der Autor sich für sie ansonsten kaum zu interessieren scheint, ihre Beziehungen "ausgedacht" wirken und die Dialoge "flach". Sojitrawallas Fazit: Ein relevantes Thema gibt noch lange keinen guten Roman.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 24.02.2020
Mit gemischten Gefühlen hat Rezensentin Andrea Gerk den neuen Roman von John von Düffel gelesen. Die Idee einen Generationenroman über den den Klimawandel zu schreiben, findet die Kritikerin eigentlich charmant: Gern folgt sie Heldin Hannah, die nach dem Tod ihres Vaters in dessen Hinterlassenschaften einen Hinweis auf eine möglichere weitere Tochter findet. Jene Julia ist eine Generation jünger als Hannah - und Klimaaktivistin. Anhand dieser Konstellation verhandelt der Autor in erster Linie den Generationenkonflikt um das Klima, klärt die Rezensentin auf, die den nüchternen Ton des Romans ebenso schätzt wie die "überraschenden Ideen" des Autors: Dass Hannahs Vaters etwa ein Buch über die Flüchtigkeit von Wolken verfasste, gefällt Gerk gut. Die Dramaturgie und Motivik des Romans erscheint der Rezensentin allerdings zu "erwartbar".
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