Jonathan Coe

Erste Riten

Roman
Cover: Erste Riten
Piper Verlag, München 2002
ISBN 9783492043700
Gebunden, 459 Seiten, 23,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Sky Nonhoff. Mitten in den wilden Siebzigern gehen die vier Freunde Trotter, Harding, Anderton und Chase in Birmingham zur Schule, in einem England, das Lady Di, Tony Blair und Handys noch nicht kennt, dafür aber Roxy Music, Vinylplatten und Schlaghosen. Als Redakteure der Schülerzeitung versuchen die vier, eher schlecht als recht, sich auf dem laufenden zu halten und zu begreifen, was es auf sich hat mit Rassismus, Klassenkampf und Punk Rock. Doch im Privaten sind es ganz andere Dinge, die ihnen Kopfzerbrechen bereiten, zum Beispiel die Sache mit Cicely Boyd ...

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 11.06.2002

Einen Star der Londoner Literaturszene stellt uns Frank Schäfer vor, hierzulande noch völlig unbekannt, der sich gegen den Trend des 80er-Jahre-Revivals stellt und in einem groß angelegten., leicht satirischen Zeit- und Gesellschaftspanorama die 70er Jahre ins Blickfeld rückt. Für Schäfer schreibt Coe in der Tradition des 19. Jahrhunderts: positivistisch, humoristisch, multiperspektivisch und in epischer Breite. Von der Popkultur bis zum Nordirlandkonflikt, Klassengesellschaft und Standesunterschiede, politische Trendwende, Verlust linker Utopien, das Durchsetzen neoliberaler Wirtschaftsinteressen, all diese Themen werden laut Schäfer in diesem Internatsroman aufbereitet - zwangsläufig, wie der Rezensent zugibt, etwas typisiert, manchmal an der Grenze zur Karikatur. Macht nichts, findet er, das Wichtigste sei, dass die Hauptfiguren stimmen - und sie stimmen eben, schreibt er begeistert. Nebenbei sei das ganze natürlich auch, wie der deutsche Titel schon nahe lege, ein Initiationsroman, der die Zeit der ersten Liebe und des Erwachsenwerdens schildere: das komische Potenzial, das einem solchen Milieu innewohnt, wird vom Autor liebevoll herausgestrichen und zugleich ziemlich "abgefeimt" benutzt, lobt Schäfer.
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