Aus dem Englischen von Marcus Ingendaay. Paul O'Rourke ist Zahnarzt mit einer gutgehenden Praxis an der Park Avenue in Manhattan. Er liebt das Leben, auch wenn er vielleicht nicht besonders viel damit anzufangen weiß. Doch dann tritt plötzlich ein Fremder im Internet unter O'Rourkes Namen und Beruf auf und bedroht fundamental dessen Identität nicht nur in den virtuellen Tiefen des Internets, sondern auch im ganz realen Leben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.12.2014
Andreas Kilb ist gelangweilt vom dritten Buch von Joshua Ferris. Thomas Pynchon, meint er, hätte aus dieser Geschichte um einen von narzisstischer Einsamkeit und mannigfachen Krisen gebeutelten New Yorker Zahnarzt, der einem Doppelgänger begegnet, eine Menge mehr gemacht, als es dem Autor gelingt. Für Kilb ist die Story zu kompliziert, lässt Leitmotive vermissen (Pynchon!) und kann sich zwischen Humoreske, Farce und Satire nicht entscheiden. Schade, findet Kilb, denn Potenzial erkennt er durchaus in der Geschichte und den leider bloß angeschlagenen Themen Netzgesellschaft, jüdischer Mittelstand, Psychowracks moderner Jobwelten.
Staunend steht Rezensent Wieland Freund vor diesem Buch. Was Joshua Ferris darin mit seinem Anti-Helden und dessen Internetdoppelgänger anzettelt, vermag der Rezensent weder ohne weiteres genremäßig zu taxieren (Komödie, Satire, Ideenroman?) noch mit dem linken Auge zu lesen. Spannend ist der Roman (eine "superclevere Parabel") dennoch, versichert Freund. Man muss nur den Wahnsinn lieben, lässt er uns wissen, und einen Helden, dessen Sehnsucht nach Transzendenz seltsame Blüten treibt.
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