Aus dem Spanischen von Einar Schlereth. Mit Fotos von Carlos Pérez Siquier. Nachwort von Felix Hofmann. Schauplatz der Erzählung ist das Arbeiter- und Zigeunerviertel La Chanca in Almeria. Goytisolos Suche nach der Familie eines Freundes im Almeria der Franco-Zeit steht im Spannungsfeld zwischen seinem sozialen Engagement für die Belange der Bewohner des Viertels und seiner Faszination von Almeria, der lichtdurchfluteten Stadt im Südosten Andalusiens. Der Text erscheint hier zum ersten Mal in deutscher Übersetzung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 20.12.2001
"La Chanca" sei, ebenso wie "Campos de Níjar", in Spanien bereits Anfang der sechziger Jahre erschienen und stelle ein Frühwerk von Juan Goytisolo dar, informiert Hans-Jürgen Schmitt vorweg. Dieses Buch über ein überwiegend von Zigeunern bewohntes Armenviertel in Almeria sei "alles andere als die übliche Reiseprosa", versichert der Rezensent. Vielmehr könne es den Hass des Autors auf sein Land erklären, das dieser verließ, weil er sich dort zu den "kulturellen 'Dissidenten" zählte. Die einst bettelarme Region in Andalusien habe sich heute in "ein reiches, aber äußerst umstrittenes Gemüseparadies verwandelt", weiß Schmitt. Somit sieht er "La Chanca" nicht nur als ein Zeugnis über die schriftstellerischen Ursprünge "des bedeutendsten spanischen Schriftstellers", sondern gleichzeitig als einen "Gegenspiegel zu Spanien heute". Die Übersetzung von Einar Schlereth und das Nachwort von Felix Hofmann, die Schmitt beide lobend erwähnt, haben sicherlich zum Gelingen des Bandes beigetragen.
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