Aus dem Spanischen von Angelica Ammar. Gran Canaria, 1939. Die siebzehnjährige Marta wächst bei ihrem Bruder Jose und dessen Frau Pino etwas außerhalb von Las Palmas auf. Ihr Vater ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen, ihre Mutter lebt seitdem geistig verwirrt ebenfalls bei ihnen. Jose hat sich sehr zum Verdruß seiner Frau die Pflege seiner Mutter zur höchsten Aufgabe gemacht. Doch Pino hegt größere Ambitionen, als fern der Stadt mit einer Kranken und einem jungen Mädchen eingeschlossen zu sein. Sie neidet Marta ihre täglichen Schulfahrten in die Stadt, ihre Freundinnen und ihre Ungebundenheit. Die unterschwelligen Spannungen eskalieren, als Marta sich verliebt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.07.2007
Für Florian Borchmeyer wimmelt der bereits 1952 erstmals erschienene Roman von Carmen Laforet von altbackenen und süßlichen Formulierungen, was er umso erstaunlicher findet, da das Buch auf der Handlungsebene völlig frei von Sentimentalitäten ist. Erzählt wird von der auf einer kanarischen Insel aufwachsenden Marta, deren Vater bei einem Unfall umkommt und deren Mutter sich daraufhin in ihrer Trauer vollständig aus dem Leben zurückzieht; ihr Halbbruder und dessen Frau kümmern sich nun um sie und machen sich gegenseitig das Leben zur Hölle, während auf dem Festland der Krieg wütet, fasst der Rezensent zusammen. Irritierend findet Borchmeyer die Erzählerin, die ein seltsam ambivalentes Verhältnis zur Hauptfigur, die autobiografische Züge hat, wie der Rezensent weiß, pflegt, und mal gnadenlos aburteilt, mal allwissend sich als Herrin über Martas Gedanken aufspielt. Die Übersetzung ins Deutsche wartet mit allerlei "Stilblüten" auf, moniert der Rezensent, der diese aber bereits im Original vermutet. Trotzdem fasziniert ihn offensichtlich die subtile Schilderung der zwischenmenschlichen Verwicklungen und er lobt den Roman als "schonungslos-subversive" Darstellung einer zwar fern der Schrecken des Krieges, aber nicht weniger entsetzlichen Provinzhölle.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.02.2007
Carmen Laforet erzählt hier die chronologisch erste Episode ihrer autobiografisch gefärbten Romane, informiert Rezensent Kersten Knipp als offensichtlicher Fan der Autorin. "Die Insel und die Dämonen" handelt von den ersten 18 Lebensjahren der Protagonistin Marta, die auf der Insel Gran Canaria aufwächst. Gerade mit dem Wissen um den nächsten in Barcelona und Madrid spielenden Roman "Nichts" werde deutlich, meint Knipp, welches "Gespür für Atmosphärisches" die Autorin habe: Weite Ausblicke über die Insel mit einem mal sichtbaren mal unsichtbaren Meer am Horizont, eine "wunderbare Ruhe", dort die Enge der Stadt und des großstädtischen Elends. Einen besonderen Reiz, so der Rezensent, ziehe der vorliegende Roman aus dem Kontrast eines nahezu idyllischen Insellebens zu dem geschichtlichen Hintergrund des Spanischen Bürgerkriegs fernab auf dem Festland. Schließlich habe es damals noch kein Fernsehen gegeben und das Leben Martas drehe sich gewissermaßen ganz normal um den Tod der Mutter, ihre erste Liebe und schließlich den Aufbruch in die vermeintliche Freiheit aufs Festland.
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