Juan Rulfo

Unter einem ferneren Himmel

Gesammelte Werke
Cover: Unter einem ferneren Himmel
Carl Hanser Verlag, München 2021
ISBN 9783446270923
Gebunden, 544 Seiten, 38,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Dagmar Ploetz. Juan Rulfos Roman "Pedro Páramo" - sowie sämtliche Erzählungen in einem Band. Die Stimmen der Lebenden und der Toten kreuzen sich in Juan Rulfos Büchern. Sie erzählen von der entsetzlichen Welle der Gewalt, die nach der Revolution über Mexiko hereingebrochen ist. Dörfer in der Wüste, die Steinhaufen gleichen, werden von Banditen und Despoten in Friedhöfe verwandelt. Ein bettelarmer Marktschreier gelangt dank seiner Kampfhähne zu Reichtum. Rulfo lotet die Abgründe des Menschlichen aus, mit seiner Ästhetik der Kargheit hat er Figuren von ungeheurer Intensität erschaffen, vor deren eindringlichen Stimmen es kein Entrinnen gibt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.01.2022

Erfreut entdeckt Rezensent Martin Oehlen die neu übersetzten gesammelten Werke Juan Rulfos wieder. Auch wenn der Autor selbst für diese Bezeichnung wenig übrig hatte, gilt er bis heute als der "Urvater" des magischen Realismus aus Lateinamerika, erklärt Oehlen. Mit seiner Prosa beschwöre der Autor eine hitzige Spannung und polyphone Dialoge zwischen Toten und Lebenden, in dem die Grenzen zur Wirklichkeit verschwimmen. Oehlen lässt sich dabei betören vom Stil, in dem Rulfo das alltägliche Leben Mexikos schildert, das sich in seinen Grundzügen, der Armut, Gewalt und Ungerechtigkeit seit Beginn des 20. Jahrhunderts kaum verändert zu haben scheint. Auch die Neuübersetzung von Dagmar Ploetz, die auch die Werke von García Márquez übertrage, lobt der Rezensent, sie sei näher am Original.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 15.11.2021

Rezensent Helmut Böttiger liest die Gesammelten Werke von Juan Rulfo wie ein Glück in Buchform. Der Magische Realismus, die Überblendung von Realem und Fantasie - hier sind sie in Reinform zu erleben, verspricht der Rezensent. Ob in Rulfos Erzählungen oder in seinem einzigen Roman von 1955, wie der Autor mannigfache Gewalterfahrungen in dichte Dialoge und Szenen gießt, findet Böttiger stark. Immer ist es nur ein Moment, den der Autor herausgreift, erklärt der Rezensent, die Figuren erhalten keine Kontexte oder äußere Beschreibungen, wirken wie Scherenschnitte. Eine Pointiertheit und Klarheit, die Böttiger in ihrer Radikalität einzigartig erscheinen.

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