Einzelveröffentlichung des Brandenburgischen Landeshauptarchivs, herausgegeben von Klaus Neitmann. Mit Fotografien von Hartmut Hilgenfeldt und Grafiken von Christian Heinze. Angelow beschreibt der das Miteinander, gelegentlich auch das Gegeneinander von Adel und dörflicher, bäuerlicher Gemeinschaft im Dorf Kemnitz bei Werder an der Havel. Die hier ansässigen Familien zählen nicht zu den prominentesten Gestalten des brandenburgisch-preußischen Adels, aber sie zeigen in ihren kleinen Verhältnissen, der Bewirtschaftung ihrer Güter, der Bautätigkeit, ihren Beziehungen zu den verschiedenen gesellschaftlichen Schichten, wie das dörfliche Leben funktionierte. Kemnitz ist in dieser Hinsicht beispielhaft für die dörfliche Gemeinschaft jener Zeit in der Mark Brandenburg mit ihrer herben Schönheit und wechselvollen Geschichte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.05.2001
Für Hans-Christof Kraus ist dieses Buch ein Beispiel dafür, dass Mikrogeschichte nicht zwangsläufig etwas für Spezialisten sein muss. Angelow habe hier bewusst auf "jedes Theoretisieren verzichtet" und die Geschichte des Dorfes bzw. Gutes Kemnitz "in einer unprätentiösen, leicht lesbaren Sprache" aufgezeichnet. Kraus betont, dass der Autor für seine "exakte" Recherche allerhand bisher ungedruckte Quellen aus Archiven und Privatbesitz hinzugezogen hat, mit dem Ergebnis, dass es sich hier sowohl um Politik-, Kriegs-, Sozial- wie auch Alltagsgeschichte und die Geschichte einzelner Personen handelt. Und so könne der Leser beispielsweise nicht nur etwas über Raubritter im Mittelalter, Geschlechter- und Rangtrennung in der Kirche, das Leben von Junkern, Bauern und Taglöhnern erfahren, sondern auch einzelne Lebensgeschichten nachlesen, wie die von einem Dorflehrer im 20. Jahrhundert. Für Kraus ist dieses Buch nicht nur ein "Lesevergnügen", sondern auch eine Hilfe, den "Menschenschlag" dieser Gegend besser zu verstehen. Begeistert zeigt er sich darüber hinaus von den Fotografien Hartmut Hilgenfeldts und den Grafiken Christian Heinzes.
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