Die Vorstellungen, die sich die Menschen von der Welt und sich selbst machen, basieren zu beträchtlichen Teilen auf Fotografien. Seit ihrer Erfindung gewinnt das technisch produzierte Bild als Kommunikationsmedium an Bedeutung. Für den, der es macht, ist es ein Ausdrucksmedium; dem, der es betrachtet, vermittelt es einen Eindruck. Der Band geht in 14 Kapiteln der phänomenologisch entfalteten Frage nach, welche Rolle die Fotografie in der Reflexion atmosphärischer Situationen spielen kann. Ein Bildteil konkretisiert in fünf thematischen Feldern das ästhetische Programm der (Schwarz-Weiß-)Fotografie.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.11.2020
Mit Hilfe all jener Assoziationen, die einem die zeitgenössische Endzeit-Literatur - etwa Thomas Glavinics Roman "Die Arbeit der Nacht" - zur Verfügung stellt, diskutiert Johanna-Charlotte Horst zwei Arbeiten zum fotografischen Blick. Sie bespricht den dritten Band der Arbeit des "Frankfurter Humangeografen" mit einem leisen Bedauern darüber, dass seine Reflexionen den Lockdown-Zustand der Städte noch nicht mitreflektieren konnten. Seiner Kritik an der Architekturfotografie, die prinzipiell Menschen als Benutzer der Gebäude und Räume ausschließe, und der er "ästhetizistischen Abstraktionismus" vorwirft, stimmt sie zu. Nur habe die Fotografie vom Lockdown eben etwas Soziales sichtbar gemacht. Das Sehen ist für Hasse, so die Kritikerin, ganz entschieden Teil menschlicher Erfahrung und Erkenntnis, und Fotografie hebt hervor, was "im Alltag übersehen" wird. Da ist die Kritikerin ganz einverstanden.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…