Als Napoleons Armee 1806 die Schlacht bei Auerstedt gewann, war Preußen am Boden, ein hartes Besatzungsregime prägte die 'Franzosenzeit'. Doch mit den Ideen der Französischen Revolution kam zugleich die Hoffnung auf Reformen, Selbstbestimmung, Freiheit und Gleichheit. Jürgen Luh entwickelt aus einem Gemälde Schinkels ein überraschendes Porträt dieser Schlüsselepoche preußischer Geschichte - in der ein kurzer Traum der Freiheit am Ende jäh zerbrach.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.10.2015
Rezensent Stephan Speicher ist dankbar, dass sich Jürgen Luh in seinem neuen Buch "Der kurze Traum der Freiheit" der Geschichte der Stein-Hardenbergschen Reformen in Preußen annimmt. Denn dem tiefen Sturz Preußens im Jahre 1806 und dem Wiederaufstieg ist in den letzten Jahren zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet worden, meint der Kritiker, der Luhs Großessay umso interessierter liest: vor allem weil er seine Thesen mit viel Wärme und so zitatenreich vorträgt, dass die Überzeugungen der Reformer dem Leser klar vor Augen stehen. Zugleich muss der Rezensent gestehen, dass ihm in dieser Arbeit wichtige Punkte fehlen: Sowohl über den aufkeimenden Nationalsozialismus als auch über die Wirkung der protodemokratischen Vordenker auf Staat und Gesellschaft hätte Speicher gerne mehr erfahren.
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