Elvira Dones

Verbrannte Sonne

Roman
Cover: Verbrannte Sonne
Ink Press, Zürich 2020
ISBN 9783906811130
Kartoniert, 440 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Aus dem Albanischen von Florian Kienzle. Die Stimme, die den Roman trägt, spricht aus dem Tagebuch von Leila. Nach Italien war die junge Frau gekommen, um Design zu studieren, doch sie wurde zur Prostitution gezwungen. Nach drei Jahren kehrt sie tot in einem Sarg auf der Fähre mit ihrem Vater nach Hause zurück. Ihr Schicksal bringt die vielen Geschichten zusammen, die sich kreuzen: ihre, die von Soraja, Elena, Laura und all den anderen Mädchen, die ein und dasselbe Los vereint. Elvira Dones hat einen rohen und aufschlussreichen Roman über die albanische Mafia und den Frauenhandel geschrieben, bei dem deutlich wird, dass es nichts zu romantisieren gibt. Hier wird von einer Gesellschaft erzählt, die vom Wandel überfordert ist, von Träumen, die auf den Bürgersteigen Europas zerbröckeln, von Schicksalen, deren kleinstes Detail bedeutsam ist, vom skrupellosen Kampf um Geld, von der grausamen Ausbeutung der Frauen, der grenzenlosen Gewalt, dem Aussterben jedes ethischen Handelns und von kleinen Inseln der Liebe und Selbstermächtigung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.03.2021

Rezensentin Christiane Pöhlmann goutiert zumindest den "Mut" der in Albanien geborenen Schriftstellerin Elvira Dones, die in diesem im Original bereits 2000 erschienenen Roman von Kinderhandel, Schlepperbanden, Korruption und Zwangsprostitution erzählt. Damit hat es sich aber leider auch schon, denn die Geschichte, in der die tote Leila aus dem Sarg heraus davon erzählt, wie sie von der albanischen Mafia zur Prostitution gezwungen und schließlich ermordet wird, fährt so viele Figuren auf und reiht derart viele "Horrorszenarien" aneinander, dass Pöhlmann bald Überblick und Mitgefühl verliert. Schwülstige Passagen und der "naive" Ton der Erzählerin tragen außerdem nicht gerade zur Leselust bei, schließt die Rezensentin.
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