Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.01.2007
Ein Lesevergnügen ist dies Buch nicht, bekennt der Rezensent Michael Epkenhans. Aber eine so material- wie aufschlussreiche Arbeit auf einem notorisch schwer zugänglichen Feld ist es schon. Der ehemalige NVA-, dann Bundeswehr-Offizier Jürgen W. Schmidt hat sich in die Archive begeben, um die Geschichte des deutschen Geheimdienstes vor dem Ersten Weltkrieg ans Licht zu heben. Zwar steckte das Spionagewesen damals noch sehr in den Anfängen, allerhand Aufklärungsmissionen und Geheimnisverratsaktionen fanden dennoch statt. Insbesondere nach der Aufkündigung der Allianz mit Russland im nach-Bismarckschen Kaiserreich wurden viele Spione zu "Rekognoszierungsfahrten" gen Osten entsandt. Zugleich verweist der Autor aber auch auf die Grenzen der Spionagefähigkeiten: die Kunst des Dechiffrierens war noch nicht entwickelt, "gezielte Funk- und Luftaufklärung" gab es nicht. Einig ist sich der Rezensent mit dem Verfasser darin, dass die Bedeutung der Geheimdienste für die Kampfhandlungen im Ersten Weltkrieg bisher wohl deutlich überschätzt wurde.
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