Bruckner und seine Partnerin Vero suchen das richtige Beziehungsmodell, den richtigen Wohnort, den richtigen Job, den richtigen Wohnzimmerschrank, kurz: das richtige Leben. Seit mehr als zehn Jahren sind die beiden ein Paar, jetzt ist ein Baby unterwegs, auf das sich beide freuen. Und das sie zum Nachdenken bringt. Während beide ihre Zweifel still mit sich verhandeln, bewegen sie sich räumlich in einer Zugodyssee aufeinander zu: Vero kommt aus Mannheim, wo sie sich von ihrer Langzeit-Affäre trennen wollte - jetzt, wo sie Mutter wird, muss sie schließlich Klarheit schaffen. Nur, warum fühlt sich danach alles noch verworrener an? Gleichzeitig schleppt Bruckner sich von Graz über München zurück nach Stuttgart und kämpft, vor allem nach dem Besuch bei alten Freunden und deren Baby, mit der Frage, wie sein Leben wohl aussähe, wenn er irgendwo anders abgebogen wäre...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.08.2024
Kathrin Witter liest Kaleb Erdmanns Debütroman über ein Millennial-Paar mit Schmunzeln. Witzig findet sie nicht nur die Erlebnisse der beiden ständig quer durch Deutschland reisenden Figuren mit der Deutschen Bahn, sondern auch die Städtebeschreibungen abseits von Berlin. Dass der Text "frei von Hohn" ist, dafür schelmisch direkt und durchaus auch mitfühlend, gefällt ihr gut. Dem Autor gelingt es, Typisches so darzustellen, dass es spannend ist, freut sich Witter. Die Kürze des Buches ist hier ein Qualitätsmerkmal, findet sie.
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