Aus dem Englischen von Luca Mael Milsch. Soldier hat ihr erstes Kind bekommen. Ihr Mann geht zur Arbeit, trainiert in der Garage seine Muskeln und steht ihr mit guten Ratschlägen zur Seite. Sie erinnert sich nur vage an Schlaf oder an die Frau, die sie einmal gewesen ist. Wie kann man vor Liebe überschäumen und gleichzeitig so unglaublich wütend sein? Claire Kilroy schafft eine Heldin, deren wilde Liebe zu ihrem kleinen Sohn mit der brennenden Wut auf alle kollidiert, die sie damit allein lassen.
Rezensentin Verena Harzer bespricht zwei Bücher über Mutterschaft, die sehr unterschiedlich ausfallen, die Kritikerin aber auf je eigene Weise in den Bann ziehen: In "Achte Woche" von Antonia Baum gehe es "nüchtern-analytisch" zu; erzählt wird aus der Perspektive von Laura, die (erneut) über einen Schwangerschaftsabbruch nachdenkt und selbst in einer darauf ausgelegten Frauenarztpraxis arbeitet. Wie Lauras eigene Entscheidung unter dem Eindruck der dortigen Patientinnen steht, findet die Kritikerin spannend; wie "kleine soziologische Studien" scheinen ihr die Beschreibungen der Frauen. Ganz anders, nämlich sprachlich wuchtig und rauschhaft, falle Claire Kilroys "Kinderspiel" aus: in einer Art Bewusstseinsstrom kreist eine Mutter (Soldier) um ihr Kind (Sailor) und ihre Gefühle zu ihm; Zweifel und "totale Überforderung", dunkle Gedanken, aber auch bedingungslose Liebe, staunt Harzer - sie fühlt sich hier an Rachel Yoders "Nightbitch" erinnert. An beiden Büchern bewundert die Kritikerin die "Komplexität" der Frauenfiguren, die hier eingefangen und ausgehalten werde. Schade findet sie nur, dass die Männerfiguren dagegen sehr platt ausfallen, vor allem in "Achte Woche".
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