Valery Tscheplanowa

Ist es Liebe

Roman
Cover: Ist es Liebe
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783737102216
Gebunden, 240 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Ihre Freiheit ist Anne das Wichtigste. Die Eltern haben sie immer ermutigt, sie wurde Schauspielerin, auch in Beziehungen blieb sie ungebunden. Bis sie Richard trifft, der bunt-elegant gekleidet ist, als Bäcker arbeitet und Anne mit Croissants, seinem Witz und Charme beeindruckt - und der als Geflüchteter aus Kenia einen prekären Status hat. Richard ist so anders, dass Anne ihre Freiheit schnell für diese besondere Liebe aufgibt. Dann kommt Thando auf die Welt, die Dinge ändern sich, Sorgen und Zweifel mischen sich ein: Meint Richard es wirklich ernst? Ist sein Lebensstil nicht doch zu eigenwillig? Sind die Klüfte zwischen den beiden nicht doch so gewaltig, dass die Liebe sie nicht mehr überbrücken kann? Und was ist mit Annes eigenem Drang nach Freiheit? Valery Tscheplanowa erzählt von einer Liebe, die Grenzen sprengt und trotz aller Widrigkeiten zu bestehen versucht. 

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 31.10.2025

Vergeblich sucht Rezensent Leander Berger im zweiten Roman der angesehenen Schauspielerin Valery Tscheplanowa nach Tiefgang. Darin beginnt die Schauspielstudentin Anne nach einer langweiligen, routinierten Beziehung zu einem Informatiker ein Verhältnis zum aufregenden Draufgänger Richard, der von 0 bis 8 Uhr Brote backt, um den Rest des Tages seinen unmittelbaren Bedürfnissen nachzugehen. Diese Lebensweise ist stark von seiner Biografie beeinflusst, denn Richard flüchtete aus dem nairobinischen Slum Kibera nach Deutschland und lebt mit dem Glauben, dass sein Aufenthalt jederzeit vorbei sein könnte. Anne lässt sich anfangs gerne mitreißen doch als sie dann schwanger wird, entwickelt sich Richards Lebensweise zu einem Streitpunkt, auch innerhalb von Annes Familie. Hier beginnen für Berger die Probleme: In kleinen Kammerspielen und Krisengesprächen fragt Tscheplanowa zwar danach, ob ihre Protagonistin wirklich von Liebe oder doch von einer verqueren Form von Rassismus motiviert wird, doch Richard selbst gerate dabei zum bloßen erzählerischen Instrument. Neben den überkonstruierten und bekenntnishaften Beobachtungen und Dialogen, bleibt Richard konturlos und oberflächlich, obwohl es dem Roman doch vornehmlich darum geht, ihn ins Zentrum zu rücken, seufzt der Kritiker.

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