Karin Kalisa

Sungs Laden

Roman
Cover: Sungs Laden
C.H. Beck Verlag, München 2015
ISBN 9783406681882
Gebunden, 255 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Am Anfang ist es nur eine alte vietnamesische Holzpuppe, die in der Aula einer Grundschule Kinder und Lehrer bezaubert. Noch ahnt keiner, dass binnen eines Jahres der Prenzlauer Berg auf den Kopf gestellt werden wird: Das Szene-Viertel entdeckt seinen asiatischen Anteil und belebt seine anarchisch-kreative Seele neu. Brücken aus Bambus spannen sich zwischen den Häusern, Parkraumwächter tragen Kegelhüte, auf Brachflächen grünt exotisches Gemüse, und ein Zahnarzt macht Sonntagsdienst für Patienten aus Fernost. Nachdem auf dem Dach des Bezirksamts kurzzeitig auch noch die Ho-Chi-Minh-Flagge wehte, münden die Aktionen in ein Fest, wie der Kiez noch keines erlebt hat: großes vietnamesisches Wassermarionettentheater in einem Ententeich! Vom Gemischtwarenladen des studierten Archäologen Sung nimmt all dies seinen Ausgang. Hier treffen die Schicksale ehemaliger vietnamesischer Vertragsarbeiter mit den Lebensgeschichten früherer DDR-Bürger zusammen, von hier aus wird der Kiez nicht nur mit Obst und Gemüse, sondern auch mit dem guten Geist der Improvisation versorgt. Und siehe da: Gute Laune ist auch in Berlin möglich! Eine Utopie, natürlich. Aber eine hochgradig ansteckende.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.09.2015

Rezensentin Dana Buchzik beschränkt sich in ihrer Besprechung von "Sungs Laden" fast ausschließlich auf die Nacherzählung der Handlung: Alles Vietnamesische werde in Berlins Szeneviertel Prenzlauer Berg plötzlich zum Trend, als die vor dem Krieg in der Heimat geflohene Hien eine Kurzfassung ihrer Biografie auf die Bühne einer Grundschule bringt. Rückblenden würden dann, so Buchzik weiter, von Hiens Ankunft in der DDR erzählen, vom Verlust der Tochter und dem Gemischtwarenladen der Familie. Karin Kalisas Romandebüt baue "literarische Brücken zwischen scheinbar disparaten Welten", schreibt die Rezensentin schließlich, und halte sich dabei - ganz in der Tradition des Märchens stehend - fern von Politik und Wirklichkeit. Ob sie das überzeugt, teilt Buchzik uns nicht mit.

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