Karin Kusterer erzählt in zweiundzwanzig miteinander verwobenen Kurzgeschichten zweiundzwanzig Fluchten aus dem Alltag. Ihre Helden fliehen aus der bayrischen Provinz und landen in Italien, in South Dakota, auf dem Bauch oder verlieren den Boden unter den Füßen, wenn sie nicht wortreich Klage führen, nie die Starterlaubnis erhalten zu haben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.07.2000
Obwohl der ein oder andere dieser "Sturzflüge" nach Ansicht von Martin Ebel "mit einer Bruchlandung" endet, so bescheinigt der Rezensent der Autorin doch unübersehbare schriftstellerische Begabung. Ihm gefällt es, wie Kusterer ein biederes und auch langweiliges Milieu beschreibt, in dem Tupperware-Parties und der Volkshochschul-Kurs "Schreibende Frauen" schon Highlights in der erstarrten Routine sind. Die Routine wird allerdings manchmal von Außenseitern wie einem Kleinkind oder einem Russen, die sich nicht in dieses geordneten Gefüge einpassen, aufgebrochen. Dies erinnert den Rezensenten - wie er anerkennend betont - an die "Tradition amerikanischer Short Stories". Schwächen zeigt die Autorin seiner Ansicht nach jedoch in den Mono- und Dialogen sowie in den nicht vorhandenen oder missglückten Pointen. Allerdings gelingt es Kusterer immer wieder Sätze oder Passagen in ihre Geschichten einzuflechten, deren Nachwirkungen den Rezensenten spürbar beeindruckt haben.
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