Gegenwartsdiagnosen zufolge sind wir Zeugen des Übergangs zu einer postheroischen Gesellschaft: Hat die Gesellschaft das Interesse an Helden wirklich komplett verloren? Karl-Heinrich Bette zeigt, dass das zentrale Heldenreservat der Moderne in diesen Beschreibungen vergessen und unterschlagen wird: der Spitzensport mit seiner Dauerproduktion von Siegen und Niederlagen, von spektakulären Rekorden und nervenzehrender Spannung. Wettkämpfe erscheinen in einer alternativen Deutung als künstlich und seriell hergestellte Krisen- und Notsituationen, die Personen und Gruppen in die Lage versetzen, sich in postheroischen Zeiten vor einem Massenpublikum als Helden darzustellen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.11.2019
Michael Reinsch lernt vom Soziologen Karl-Heinrich Bette, dass im Sport Verlieren und Gewinnen unbedingt zusammengehören, einander bedingen. Bettes Porträts von Sporthelden, gefeierten, gefallenen, vergessenen, Eintagsfliegen wie Bob Beamon, Dauerbrennern wie Pelé, und seine trocken formulierten Gedanken über unsere Sehnsucht nach ihnen und die Symbolpolitik des Sports lassen Reinsch so manchen Akteur anders sehen.
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