Christian Wulff ist seit Monaten in allen Umfragen der mit großem Abstand beliebteste Politiker in Deutschland. Im innerdeutschen Machtgefüge ist er zu einer festen Größe geworden, mit ihm muss man rechnen. In diesem Buch entwickelt er seine provokanten Thesen zur Zukunft Deutschlands: Von einer Direktwahl des Bundeskanzlers verspricht sich Wulff eine Stärkung der Demokratie. Er will die Bildung wieder in den Mittelpunkt der Politik stellen, sich von zuviel Bürokratie verabschieden und hinderliche Fesseln für die Wirtschaft zerschlagen. Bürgerfreiheit müsse wieder Geltung erlangen. "Die soziale Marktwirtschaft steht den Prinzipien von Leistung und Wettbewerb nicht entgegen, sondern setzt diese Motivationen voraus" so lautet eine seiner zentralen Thesen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 17.05.2006
Auf Seite 129, wenn Christian Wullf seinem Interviewer Karl Hugo Pruys erklärt, was die "Generation Wulff" ausmacht, nämlich Nüchternheit und Pragmatismus, ist für Matthias Arning der Höhepunkt dieses insgesamt doch "recht trocken geratenen" Buchs erreicht. Dann nämlich könne man sehen, dass sich Wulff als "radikaler Anti-Ideologe" der Post-Achtundsechziger und nicht als "idealer Schwiegersohn" begreift. Ansonsten erfährt Arning in dem Gespräch, das bis zur besagten Seite 129 so dahinplätschert", nicht viele Neuigkeiten. Vielleicht etwas von der "Lebenswelt" des Christian Wulff, die sich dem Rezensenten "unaufgeregt" präsentiert. Deutliche Kritik aber erntet Karl Hugo Pruys, der sich nun anscheinend die "Vermarktung parteiinterner Hoffnungsträger" zur Aufgabe gemacht habe, für seine Hinführung, in der er "die Grenze zum Kitsch einige Male abgeschritten ist".
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