Herausgegeben von Arne F. Petersen unter Mitarbeit von Joergen Mejer. Aus dem Englischen von Sibylle Wieland und Dieter Dunkel. Parmenides und die anderen vorsokratischen Philosophen waren ein Lebensthema von Karl Popper. Das Buch aus dem Nachlass des Philosophen zeigt, mit welcher Intensität er sich dem Denken dieser großen Geister gewidmet hat. Popper belegt hier seine berühmte These, dass Geschichte immer die Geschichte von Problemsituationen ist. Und er demonstriert, wie die Urväter der Philosophie und Naturwissenschaft Probleme durchdacht und gelöst haben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.06.2001
Willy Hochkeppel hat dieses opus postumus Karl Poppers einigermaßen überrascht und mit hohen Erwartungen in die Hand genommen. Was um alles in der Welt, hat er sich gefragt, hat der Rationalist Popper mit Parmenides und Co. zu schaffen? Ganz einfach eigentlich, Hochkeppel erklärt es uns: Nicht um historisierende Erinnerung ging es dem Wissenschaftstheoretiker, sondern um "die kritische Rekonstruktion einer Bewegung, deren Einsichten nicht 'überholt' sind, und die uns auch heute noch vorwärts treibt." Indem er (Popper) die Vorsokratiker als Vordenker der europäischen Aufklärung erkennt aber - auch das entgeht Hochkeppler nicht -, tut er letztlich nichts anderes, als uns "die alten Naturphilosophen als in der Wolle gefärbte kritische Rationalisten" vorzustellen. Allerhand, denkt der Rezensent: "Eine originelle, bis dahin kaum bekannte Perspektive."
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