Im Schatten rationalen Denkens galt das Verhältnis von Politik und Emotion als ein vielfach belastetes. So wurde bislang das Emotionale in normativer wie empirischer Hinsicht nahezu einseitig problematisiert. Während aus normativer Sicht das Emotionale lange Zeit geradezu dämonisiert wurde, waren realistische Positionen um den Nachweis bemüht, dass vernünftiges Handeln nur unter bewusster Ausklammerung des Emotionalen möglich sei. Angeregt durch philosophische Überlegungen aber auch durch zahlreiche neurowissenschaftliche Studien wird diese Dichotomisierung neuerdings hinterfragt. Vermehrt wird auf die komplexen Wechselwirkungen von Rationalität und Emotionalität hingewiesen, die eben nicht nur spannungsgeladen sein können, sondern auch konstitutive Bezüge aufweisen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.12.2015
Mit etwas anstrengender Emphase wirbt Politikberater Werner Weidenfeld für dieses Buch, in dem sich seiner Kenntnis nach die Politikwissenschaft erstmals mit dem Thema Emotion beschäftigt. Weidenfeld ist Feuer und Flamme: Emotionale Intelligenz für das Politikmanagement oder das Steuern von emotionale Identitäten im Wahlkampf eröffnen ihm ganz neue Möglichkeiten. Leider handelt es sich beim vorliegenden Buch nicht um die erhoffte knackige Lektüre für Politmanager, sondern um einen Tagungsband, aber am Ende kommt Weidenfeld doch noch auf seine Kosten: Wenn nämlich Friedbert Rüb die Frage untersucht, wie emotionslos Politik sein darf, und Reinhard Wolf die Rolle des Ressentiments in der internationalen Politik behandelt.
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