Mit einem Vorwort von Günter Kunert. Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Michael Fisch. Aus dem Japanischen übersetzt von Annelotte Piper, Noboru Miyazaki und Siegfried Schaarschmidt. Kazuko Shiraishis Gedichte zeigen nicht die geringste Rücksicht auf bestehende Tabus, sie sind voll ungezähmter Vitalität. Die Autorin setzt sich vor allem mit der Subkultur der Jazz-Musik auseinander und entwickelte auf diese Weise eine neue Form von Lesungen: Die Performance. Hier experimentiert sie mit Jazz, Poesie, Tanz und Sprache. Häufig ist ihre Sprache durchsetzt mit englischen Brocken. Sie hat auch den Atem für Langgedichte, die sich über mehrere Seiten erstrecken.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.09.2001
Kazuko Shiraishi ist vor allem als Vortragskünstlerin bekannt geworden, die ihre eigene Lyrik, wie der Rezensent Harald Hartung schreibt, "haucht, hechelt, schnurrt". Die Frage, die Hartung sich bei der Lektüre des Bandes stellt, ist, ob die Gedichte auch ohne die Bühnen-Unterstützung ihrer Autorin überzeugen. Seine Antwort fällt gemischt aus. Die Schock-Wirkungen, die Shiraishi etwa 1965 mit ihrem "Phallus"-Gedicht in Japan erzielte, scheinen ihm auch heute noch einigermaßen nachvollziehbar, anderes, das Titelgedicht zum Beispiel, gelangt nach Meinung des Rezensenten nicht übers Klischee hinaus. Als Fazit bringt Hartung das Verhältnis von Text und Vortrag auf die folgende Metapher: Der Gedichtband "verhält sich wie das Kochbuch zum gelungenen Gericht".
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