Keith Ovenden

Des Glückes Schein

Roman
Cover: Des Glückes Schein
C.H. Beck Verlag, München 2002
ISBN 9783406493270
Gebunden, 366 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Christa E. Seibicke. Keith Ovenden legt hier den Folgeroman zu "Eine Art Vermächtnis" vor. Philip, der Erzähler aus "Eine Art Vermächtnis", der das Schicksal seines verstorbenen Freundes Moser zu entschlüsseln versuchte, ist nun selbst tot. Jetzt ist es Alice Crighton, seine Frau, die das Leben, die Vergangenheit ihres Mannes und die Umstände seines Todes für sich klären will. Dazu ist sie in die Sologne gereist, um seinen Nachlass zu sichten und sich Rechenschaft abzulegen über die letzten, etwas seltsamen Wochen seines Lebens. Aber sie wird aus ihrer Ruhe aufgeschreckt durch eine chaotische englische Nachbarin, die in Vergessenheit geratene und trunksüchtige Rocksängerin Beatrix und den noblen Roland Beaumaniere, der Philip in seiner Jugend kannte und womöglich den Schlüssel zu seinem geheimen Leben besitzt...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.12.2003

Etwas befremdet ist Marion Löhndorf zunächst schon, dass der britische Autor Keith Ovenden in seinem Roman derart "witzig" über einen Selbstmörder schreibt. Der Band ist der zweite Teil einer Trilogie und auch hier lässt der Autor seinem "Hang zu makaberem Spaß und Spiel" unverdrossen Lauf, so die verwunderte aber zunehmend amüsierte Rezensentin. Die Witwe eines Philosophieprofessors, der sich das Leben genommen hat, ordnet dessen Nachlass und macht sich derweil Gedanken, ob man einen anderen Menschen wirklich kennen kann, fasst Löhndorf zusammen. Aus dieser Frage, so die Rezensentin angetan, "entsteht die fast krimihafte Spannung" des Buches und macht es trotz des düsteren Themas Selbstmord zu einer sehr "unterhaltsamen" Lektüre.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.05.2003

Ziemlich gemischt fällt Tilman Urbachs Urteil über diesen zweiten Teil von Keith Ovendens Trilogie über den Tod aus. Der "ruhige, etwas altmodische Erzählfluss" hat ihm nicht missfallen. Allerdings ist er sich nicht sicher, ob das Fazit des Buches mehr als eine Binsenweisheit formuliert: Am Ende steht nämlich nach Urbachs Interpretation die Erkenntnis, dass der tote Protagonist, dessen Leben in dem Roman nachgespürt wird, letztendlich ein Unbekannter geblieben ist - sich selbst und den anderen. Richtig glücklich ist der Rezensent mit dem Roman nicht geworden. Ihn stört die "stilisierte Opferrolle", die der Autor seinem Protagonisten zugedacht hat und der etwas steife Modus der Erzählung. Den entdeckt er sowohl in dem manirierten Erzählstil als auch in der fehlenden "erzählerischen Dynamik", der eine wirkliche Entfaltung der Geschichte verhindere.

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