Die Heldinnen der Rockmusik Von Grace Slick bis Bikini Kill, von Tina Turner bis Billie Eilish, von Patti Smith bis Taylor Swift: In mehr als vierzig originellen Porträts erzählen Kersty Grether und Sandra Grether von starken Sängerinnen und Rockgöttinnen, die das Genre sprengten und Grenzen überschritten. Was verbindet die großen Musikerinnen über die Jahrzehnte hinweg, wogegen kämpften sie an? Wäre etwa Phoebe Bridgers ohne Joni Mitchell denkbar? Wieso konnten die 70er Jahre weder Yoko Ono noch Karen Carpenter verkraften? Und hat PJ Harvey den Feminismus verraten?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 17.12.2025
Rezensent Stefan Michalzik ist begeistert von dem analytisch klaren, zugleich leidenschaftlichen Panorama, das Kersty und Sandra Grether vorlegen. Das Buch ist für ihn Fanhaltung und Analyse zugleich, geschrieben mit "essayistischer Freiheit" und großer Kenntnis, ohne Scheu vor Subjektivität. Auf breiter historischer Linie zeigen die Autorinnen, wie Rockmusikerinnen - von Ikonen bis zu vermeintlich Harmlosen, stets mit sexistischen Projektionen konfrontiert waren, ob als "viel zu brav" oder "viel zu böse". Wie präzise Biografie und Ästhetik verschränkt werden und wie souverän Mythen, Männerblicke und Geniekonzepte neu gelesen werden, versetzt den Kritiker in Staunen. Besonders stark: der kritische Blick auf Musikjournalismus und Industrie, die trotz Fortschritten weiter von "fucking patriarchalen Strukturen" geprägt sind. Für Michalzik ist das Buch ein kenntnisreiches, kämpferisches "Standardwerk" und hochaktuell in Zeiten, in denen der "Totalitarismus zurückkehrt".
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