Wer Nina Hagen wirklich ist, weiß nur sie selbst. Nun schreibt sie ihre "Bekenntnisse" und sie schreibt, wie sie singt: ohne Netz und doppelten Boden. Nina Hagen redet ungeschminkt von sich und ihrem rasanten Leben. Doch sie hat mehr zu erzählen als die übliche Mixtur aus Sex, Drugs & Rock 'n' Roll. Nina erzählt davon, wie sie mitten in einem atheistischen Umfeld bereits sehr früh auf ein verbotenes, aber faszinierendes Wesen namens Gott stieß. Sie nimmt den Leser mit auf ein wildes Roadmovie, in dem sie unter anderem dämonische Erfahrungen in einem indischen Ashram machte. Auf ihrer Reise hat sie der Liebe, den Drogen und dem Tod ins Auge geschaut. Vor allem aber begegnete sie Gott.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.04.2010
Sichtlich und spürbar hin- und hergerissen ist der Rezensent Dieter Bartetzko von diesem autobiografischen Band der professionellen Exzentrikerin Nina Hagen. Einerseits ist die Sympathie, die er für Hagen hat, unverkennbar. Insbesondere Hagens Nähe zum christlichen Glauben hat es ihm angetan. Aber auch, wie sie ihr Verhältnis zum Vater schildert, zeugt für ihn von menschlicher Größe. Andererseits geht ihm die "Selbstbeweihräucherung", an der es dem Buch, wie er seufzt, wahrlich nicht mangelt, arg auf den Keks. Freilich dürfe man auch dabei wiederum nicht übersehen, dass es eine ganze Menge zu erfahren und zu lernen gibt aus dem leicht größenwahnsinnig a la Augustinus betitelten, von "staun und whow!" bestimmten Band: und zwar über so unterschiedliche Dinge wie den DDR-Untergrund, die Psychoanalyse und das Künstlertum an und für sich.
Matthias Neumann, ehemaliger Bassist der Band Automobil und heute als Pfarrer tätig, kündet von der heiligen Taufe Nina Hagens und beteuert in locker-beschwingtem Ton, dass die Sängerin sich mit ihrem Buch "Bekenntnisse" keinen PR-Gag leistet. Hagen beschreibt darin ihre "lange Reise zu Gott", die, wenn man Neumann glauben darf, reich an "Irrwegen" war, und das macht sie laut Rezensent mit viel Poesie und in gewohnter Schnoddrigkeit. Und dass die Sängerin ihr sehr bewegtes Leben "überlebt hat", ist für Neumann sogar ein "Gottesbeweis".
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